Mein Hund Ist Aggressiv: 6 Wichtige Tipps

Es ist eine häufig gestellte Frage: Hilfe, mein Hund ist aggressiv gegenüber Freunden und Familienmitgliedern – was kann ich tun? Starten wir gleich mit dem Casus knacksus, der in vielen Fällen die Ursache ist…

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Wenn der Hund zum BOSS mutiert…

Stellen Sie sich vor: der Hund, der beste Freund der Familie ist nun seit einiger Zeit fester Bestandteil des Haushaltes. Jeder liebt ihn, jeder verwöhnt ihn, er ist der uneingeschränkte Mittelpunkt. Dem lieben Hund will man einfach keine Bitte abschlagen, denn wer kann schon treuen Hundeaugen widerstehen?

Zunächst ist alles in Butter, doch mit der Zeit realisiert das Tier, dass es hier vermeintlich die Krone aufhat und beginnt aggressiv damit seine Boss-Allüren durchzuziehen:

  • „Waldi“ knurrt die kleine Tochter an, wenn sie mit Mama kuscheln will
  • Freunde sind nicht gern gesehen und werden bereits an der Wohnungstür verbellt
  • Ein Küsschen für den Gatten wird mit aggressivem Knurren quittiert
  • Auch der altbekannte Nachbar kommt nicht ungeschoren davon und wird belästigt

Nun, wie es ausschaut, hat hier wohl jemand etwas vollkommen missverstanden: das Hündchen ist zum zum aggressivem Haustyrann mutiert und hat den gesamten Laden gut im Griff. Die Wahrheit ist:

Eigentlich haben SIE als Halter etwas missverstanden!

Der Hund wurde u. U. von Ihnen selbst in die Position gebracht, in der er ist. Er reagiert eifersüchtig auf alles und jeden und wähnt sich als der Mittelpunkt des Universums. Das ist dem Hund nicht zu verübeln, er sollte aber etwas Neues lernen und Sie sollten es ihm beibringen.

Eifersucht bei Hunden und daraus resultierende Aggression ist nicht unüblich und nur Folge eines Missverständnisses bezüglich der Rangfolge! Was also können Sie nun tun, um dieses Verhalten des Hundes wieder in die richtigen Bahnen zu lenken?

Mein Hund ist aggressiv – 6 Tipps für das Abgewöhnen

Die folgenden Tipps sollten Sie berücksichtigen, wenn Ihr Hund agressives Verhalten an den Tag legt. Lesen Sie auch diese Beiträge:

Abklären, warum der Hund sich so verhält

Ist in Ihrem Leben etwas passiert? Hat sich etwas geändert? Haben Sie andere Arbeitszeiten, sind Sie länger außer Haus oder haben Sie einen neuen Partner, ist ein Kind auf die Welt gekommen, sind Sie umgezogen – was auch immer? Schon relative Kleinigkeiten können auf den Hund wirken und sein seelisches Gleichgewicht durcheinanderbringen. Mehr Tipps im Video:

Natürlich sind auch Hunde sehr individuell, d. h. es gibt sensible, die schnell eifersüchtig und aggressiv reagieren. Das an sich ändert noch nichts am aggressiven Verhalten, aber grundsätzlich ist es gut, eine Erklärung zu haben und zu wissen, was passiert ist. Es ist wichtig zu erkennen:

Der Hund ist garantiert nicht schlagartig zum „Monster mutiert“.

Wenn Sie wissen, worum es geht, haben Sie gute Chancen, etwas am Verhalten des Hundes zu ändern. Im Falle von einschlagenden Veränderungen Ihrer (und des Hundes) Lebensumstände sollten Sie nicht gleich den Teufeln an die Wand malen. Geben Sie dem Tier Zeit, sich an Neues zu gewöhnen.

Die Rangordnung (wieder) herstellen

SIE sind der Chef des Hauses, nicht der Hund. SIE gehen als Erstes zu Tür, der Hund muss warten. SIE entscheiden, wer sich in Ihrer Nähe aufhalten darf, nicht der Hund. Das hört sich leichter an, als es für viele in der Realität umsetzbar ist, schließlich liebt man seinen Hund und will nicht selbst „der Tyrann“ sein.

Rangordnung ist nicht verhandelbar. Die Natur des Hundes verlangt danach.

Sorgen Sie dafür, dass Sie Ihre Hausaufgaben machen! Eine gute Hundeerziehung fängt mit dem Grund-Gehorsam an: „Sitz“, „Fuß“, „Platz“, „Bleib“ und „Aus“ sollten für den Hund keine Fremdwörter sein. Er sollte sie aus dem Effeff beherrschen. Unterordnung ist vollkommen im Sinne des Hundes, denn so weiß er, wo er steht. Mit der Führung des Haushaltes ist der Hund garantiert überfordert.

Fällt es Ihnen schwer, Ihren Hund allein zu erziehen, kann der Besuch in einer Hundeschule oder auch ein Profikurs hilfreich sein. TIPP: in puncto Online Trainingsprogramm empfehlen wir den überaus beliebten Kurs von Johanna Esser…

Das Selbstvertrauen des Hundes stärken

Ein Hund, der eifersüchtig reagiert, ist ähnlich wie ein Mensch oft mit mangelndem Selbstvertrauen bzw. Selbstwertgefühl ausgestattet. Es ist hier egal, was genau der Auslöser für Aggressionen ist: es macht Sinn, dem Hund vielerlei Möglichkeiten zu bieten, in denen er sich erproben und sein Selbstvertrauen stärken kann. Tiere (bsd. Hunde) haben eine sehr starke Seele, der englische Begriff „animal“ weist bereits deutlich auf die „Anima“ (Seele) hin.

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Ein breites Feld an Spiel und Beschäftigung beugt Aggressivität vor.

Hundesportarten wie Agility, Suchspiele, kleine Kunststücke bzw. Tricks usw. eignen sich bestens, um Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen des Hundes zu stärken.

Wichtige Erkenntnis: Selbstvertrauen ist ein Resultat positiver Erfahrungen!

Eifersüchtiges Verhalten niemals belohnen

Ein eifersüchtiger Hund darf nicht getröstet oder anderweitig belohnt werden.

Er muss ganz klar wissen, dass dies nicht gewünscht ist. Um eine eifersuchtsauslösende Situation zu beenden, ist es zum Beispiel eine Möglichkeit, den Hund für eine kurze Zeit in einen ruhigen Raum oder eine Box zu sperren und ihm dort die Möglichkeit zu geben, sich wieder zu beruhigen.

Dies ist bei weitem nicht so brutal, wie es sich anhört. Der Hund wird nach einiger Zeit seine Box als Rückzugsort ansehen, als Höhle, in der er sich erholen kann. Denn der Hund leidet unter seiner Eifersucht garantiert genauso wie Sie. Merke:

Es macht keinen Sinn, den „armen Hund“ zu bemitleiden. Das wäre für den Hund eine Bestätigung seines aggressiven Fehlverhaltens. Eifersucht und Aggression ist unerwünscht, dies sollten Sie dem Hund freundlich aber bestimmt klarmachen.

Artikeltipp: Futteraggressionen abtrainieren – so gehts…

Hund ist eifersüchtig auf den Partner, was tun?

Eine Möglichkeit ist zum Beispiel, dass der Partner sich regelmäßig mit dem Hund beschäftigt. Gemeinsame Spaziergänge verbinden genauso wie Futter, welches das Tier vom Herrn oder der Dame des Hauses bekommt. Denn Liebe geht bekanntlich durch den Magen.

Ein aggressiver Hund muss zu verstehen bekommen, dass ihm bekannte Menschen (Familie, Freunde, Nachbarn) ebenso eine Rudelführer-Rolle einnehmen, wie der eigentliche Bezugsmensch.

Fazit zu diesem Punkt: gemeinsame Aktivitäten verbinden und können Aggressionen vergessen machen (siehe Hundebeschäftigung mit spannenden Suchspielen).

Werden Sie nicht selbst aggressiv!

An bedrohliche und schwierige Situationen, zum Beispiel an die neuen Freunde im Haus, sollten Sie Ihren Hund langsam und mit viel Geduld heranführen. Zwingen Sie ihn nicht dazu, sich unmittelbar und mit zu viel Konfrontation mit dieser Situation auseinanderzusetzen. Laden Sie ihn maximal dazu ein.

Bleiben Sie der verlässliche Partner an der Seite des Hundes, der Fels in der Brandung, an dem der Hund sich orientieren kann. Jeder Hund braucht den Menschen als Orientierung sowie die Gewissheit der stabilen Mensch-Hund Beziehung.

  • Üben Sie viel Geduld mit dem Hund,
  • Fordern Sie aber überfordern Sie nicht,
  • Führen Sie, ohne die Nerven zu verlieren.

Wenn Ihr Hund Zeichen von Aggressivität zeigt, geben Sie nicht auf. Der Hund hat es nicht verdient, zukünftig im Zwinger zu leben oder noch schlimmer im Tierheim zu landen, nur weil er eine für ihn schwierige Situation mit natürlichen Instinkten quittiert hat. Er ist und bleibt ein Familienmitglied, das gerade ein paar Probleme hat, welche Sie mit ihm (evtl. auch mit professionellem Training) auch lösen können.

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