10 Hundeerziehung Fehler Vermeiden

Im folgenden Beitrag soll auf die schlimmsten Fehler und Defizite, die Hundehalter bei Erziehung und Training machen können, eingegangen werden.

hundeerziehung fehler

Sind Sie evtl. noch Hundeneuling und ein lang ersehnter Wunsch ist in Erfüllung gegangen: „klein Bello“ hat endlich Einzug in Ihrem Zuhause gehalten? Dies ist nicht nur ein Einzug in die Wohnung, nein, vor allem Einzug in die Herzen seiner Menschen.

Damit diese Liebe Bestand hat, gilt es einiges zu beachten und Fehler bei der Erziehung von Anfang an zu vermeiden. Im Umgang mit dem neuen Familienmitglied wird die Geduld so manch eines frischgebackenen Hundehalters auf den Prüfstand gestellt.

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Denn das Hündchen ist nicht nur unglaublich niedlich, das Hündchen braucht eben so unglaublich viel Aufmerksamkeit und Erziehung. Damit von Anfang an alles richtig läuft, sollten Sie wissen, welche Fehler Sie vermeiden können. Ein Hinweis zur Ihrer Beruhigung:

Es wird nicht immer gelingen sämtliche Erziehungsfehler zu vermeiden. Jeder tritt mal in ein Fettnäpfchen, ähnlich wie das bei einer Beziehung zwischen zwei Menschen auch der Fall ist. Ziel ist es Missverständnisse zwischen Mensch und Hund auf überschaubarem Niveau zu halten.

Hier sind nun die wichtigsten Fehler bei der Erziehung eines Hundes…

Den Hund mit Gewalt erziehen

Über das rechte Maß hinausgehende Gewalt, wie Schläge oder gar Tritte, ist ein absolutes NEIN bei der Hundeerziehung. Mit diesen Werkzeugen & Hilfsmitteln gelingt die Erziehung besser…

Egal, ob es sich um einen ausgewachsenen Hund oder um einen Welpen handelt, weder psychische noch physische ausufernde Gewalt ist angemessen oder zeitgemäß. Mit Tyrannei können Sie eventuell einen Hund brechen, sein Vertrauen werden Sie dadurch nie erwerben.

Schläge, Stachelhalsbänder und Gebrüll haben bei der Hundeerziehung nichts zu suchen!

Eine kurze und klare Ansprache an den Hund sowie einprägsame resolute Kommandos reichen vollkommen aus – wenn es auch noch so viel Geduld verlangt. Außerdem: Benimmt sich der Hund daneben, reicht es in vielen Fällen schon aus, ihm erst einmal für gewisse Zeit die kalte Schulter zu zeigen.

Unerwünschtes Verhalten tolerieren

Das genaue Gegenteil von Punkt 1 ist laissez-faire Politik. Das sollten Sie nicht tun. Verhält der Hund sich so, wie Sie es nicht möchten, sollten Sie ihm erklären (bzw. mit Nachdruck suggerieren), dass dieses Verhalten nicht gewünscht ist. Und zwar immer wieder aufs Neue! Wichtig dabei ist Ihre klare Linie:

Einmal tolerieren und einmal sanktionieren – das ist ein Fehler. Das verwirrt den Hund und der Erziehungserfolg bleibt aus. Ein völlig irritierter und verzogener Hund ist oft die Folge.

Konsequenz, Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit machen bei der Erziehung von Hunden einen großen Unterschied aus. Letzteres, nämlich verlässlich zu sein, erwartet der Hund von IHNEN. Nur so kann er Ihnen Vertrauen schenken und Sie als Rudelführer akzeptieren.

Erfahren Sie hier, wie Sie dem Jagdtrieb des Hundes begegnen…

Erwünschtes Verhalten nicht nahebringen

Beispielsweise:

  • Sie möchten, dass Pfiffi „Sitz“ macht, dafür sagen Sie“ Sitz“…
  • Pfiffi macht nichts, denn Pfiffi versteht „blabla, blabla“ und schaut Sie mit treudoofen Augen an.
  • Halten Sie Pfiffi nun ein Leckerchen über den Kopf, und sagen dabei“ Sitz“, wird der Hund durch die Körperhaltung verstehen, dass er sich hinsetzen muss, um die entsprechende Belohnung zu bekommen.

Hinweis: die Belohnung kann auch eine intensive Streicheleinheit sein, oftmals reicht diese bereits aus.

Anreize wie Leckerlis, Spielzeug oder Streicheleinheiten werden (und sollten) übrigens im Laufe der Zeit an Bedeutung verlieren. Eine starke Hund-Mensch Verbindung kann tatsächlich oft nonverbal funktionieren. Beispiel: ein Hund, der IMMER, sobald er mit Ihnen spielen will (z. B. legt Ihnen den Ball vor die Füße), auch spielen darf, ist verzogen. SIE entscheiden, wann es Zeit zum Spielen ist und ein prägnantes NEIN (oder auch konsequentes Ignorieren) wird hier Ihr bestes Werkzeug sein.

Der Mensch als Futterautomat

hund erziehen fehlerSie belohnen Ihren Hund immer und überall – einfach für alles was er tut und auch für alles, was er nicht tut? Der „Glückspilz“ bekommt bei Ihnen ständig etwas Leckeres in sein hungriges Mäulchen gestopft, weil… naja weil er ja so lieb ist? Ganz böser Fehler – Lassen Sie das!

Geben Sie Ihrem vierbeinigen Freund nur dann eine Belohnung, wenn er wirklich etwas richtig gemacht hat (siehe Hunden Tricks beibringen). Und dann auch direkt im Anschluss füttern, nicht erst Sekunden später! Der Hund hat nur eine kurze Aufmerksamkeitsspanne und wird ansonsten das Futter nicht mehr mit der Handlung verbinden.

Merke: der Mensch ist KEIN Futterautomat.

Vermenschlichung

Ein Hund ist kein Mensch sondern ein Tier! Macht Sinn, oder?

Dementsprechend sollte er auch nicht wie ein Mensch, sondern wie ein Hund behandelt werden. Alles andere führt zu Verständnisproblemen und wird dem Wesen und Instinkten des Hundes nicht gerecht. Ein Hund ist weder stur, noch von Natur aus ungehorsam (eher das Gegenteil), noch denkt er sich irgendwelche Gemeinheiten aus, um Ihnen eins auszuwischen.

Beispiel: Sie halten es für angebracht, den Hund auf Ihrem Bett liegen zu lassen, bitteschön. Wenn Sie es ihm nicht verbieten, liegt er auf dem Bett ohne bösen Absichten seinerseits. Wenn Sie das nicht stört, darf der Hund ruhig auf dem Bett liegen. Wenn Sie das stört, schicken Sie ihn runter. Er muss nicht auf dem Bett liegen! Er hat ein Körbchen bzw. einen adäquaten Schlafplatz und kommt ganz gut ohne luxuriöse Federkernmatratze klar.

Andere Beispiele: tägliches Baden, Hundeshampoo, kostspielige Fellkosmetik, Pediküre en vogue. Auch davon sind 90% der Marktangebote reichlich unnütz und können im schlimmsten Fall sogar zu Krankheit oder Verhaltensstörungen führen.

Ihr Hund ist und bleibt ein Hund und verhält sich auch wie solch einer!

Der Hund bettelt – IHR Fehler!

Sie sitzen am Tisch und möchten Ihr wohlverdientes Abendbrot genießen. Ihr Hund sitzt neben Ihnen und möchte auch IHR Abendbrot genießen. Sie fühlen sich genötigt, dem armen verhungernden Tier etwas in sein zartes Mäulchen zu schieben. Gedacht getan und schon sind alle glücklich. Richtig? Falsch.

Sie dürfen sich dann nicht wundern, wenn keine Mahlzeiten mehr ohne sehnsuchtsvolle Blicke verlaufen, die Ihnen suggerieren, dass Ihr treuer Freund jeden Moment am Hungertod sterben wird. Sie können sich sicher sein: er wird es nicht tun, am Hungertod sterben. Essen Sie, geben ihm nichts, füttern Sie ihn anschließend und die Welt wird für den Hund genauso in Ordnung sein.

Es ist noch kein Hund neben dem Abendbrot Tisch des Besitzers verhungert!

Der Hund bepieselt die ganze Wohnung

Der Hund kann nicht wissen, dass er nicht in die Wohnung machen soll.

Antiquierte Methoden, wie die Nase in den Hundekot drücken, gehören wohl dem Mittelalter an. Wichtiger ist es auf den Hund zu achten und ihn nach draußen zu setzen, wenn er unruhig wird oder längere Zeit geschlafen hat. Vor längerem Alleinsein sollten Sie ausgiebig spazieren gehen usw., damit der Hund lernt, wo er sein Geschäft machen soll.

Artikeltipps:

Der Hund kommt beim Rufen nicht

Das Ruf- oder Rückrufkommando zählt zu den Grundkommandos bei der Hundeerziehung.

Statt sich darüber zu ärgern oder gar nach unmittelbarer Strafe zu sinnen, dass Ihr Hund beim Rufen nicht kommt, üben Sie Geduld. WICHTIG: eine Strafe bei zu spät erfolgtem Zurückkommen suggeriert dem Hund, das die Rückkehr falsch war. Wenn er kommt, sollte der Hund belohnt werden, sei es mit Worten, Streicheln oder einem Leckerchen – auch wenn es nicht gleich auf Anhieb passiert. Das Kommen muss mit etwas Positivem verbunden werden, dann wird Pfiffi dies schnell lernen.

Artikel: Hund kommt beim Rufen nicht – Was Tun?

Mehr als eine Binsenweisheit: positive Verstärkung erleichtert das Abrufen des Hundes und bildet die Grundlage für artgerechte Hundeerziehung.

Hund zieht Mensch durch die Gegend

Je nach Größe des Hundes kann dies zu einem regelrechten Krafttraining ausarten.

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Lassen Sie sich darauf nicht ein! Wenn Ihr Hund an der Leine zieht, bleiben Sie stehen oder wechseln die Richtung. Fordern Sie die Aufmerksamkeit Ihres Hundes resolut ein. Sie erinnern sich an obiges Beispiel in puncto Spieltrieb: wenn sich Außenstehende (und auch der Hund selbst) fragen, wer hier eigentlich wen erzieht, dann machen Sie etwas grundlegend falsch.

Zudem: brachiale Züchtigung und Jähzorn sind unnötig – Aufmerksamkeit statt Krafteinsatz lautet die Devise!

Lesen Sie hier, wie Sie Ihren Hund an die Leine gewöhnen…

Ungeduld bei der Hundeerziehung

Nur kein Stress, der Lernerfolg wird kommen, sofern Sie geduldig bleiben. Kein Hund der Welt kommt auf die Welt und kann bereits alles was von ihm verlangt wird. Ein Hund muss lernen und selbst Fehler machen dürfen. Ein Hund kann nur dann lernen, wenn Sie ihn als Hund akzeptieren, geduldig behandeln und seinem Wesen gerecht werden. Merke:

Ihr Hund WILL erzogen werden, weil nur ein starkes Alphatier (das sind SIE!) ihm Sicherheit garantiert.

Gerade ein junger Hund ist auf kindlichem Niveau und hat damit nur eine begrenzte Aufnahmefähigkeit. Nicht anders sieht es mit einem verzogenen Hund aus, der in ihren Haushalt kommt: unter Umständen wurde dieser über lange Zeit hinweg in fehlerhaftem Verhalten bestärkt. Es braucht hier Zeit, um die Fehler wieder zu verlernen und einen gesicherten Platz an Ihrer Seite einzunehmen.

Übrigens: kennen Sie schon die Hunde Gesundheitsbibel…

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