Futteraggression Beim Hund Abtrainieren 7 Schritte

Fast die Hälfte aller Hundebesitzer kennen das Problem:

Ihr Hund ist futterneidisch und lässt weder Mensch noch Tier in die Nähe seines gefüllten Futternapfes. Vor allem Hunde aus dem ausländischen Tierschutz haben dieses Problem. Sie mussten schließlich lange auf der Straße nach Futter suchen oder darum kämpfen.

futteraggression beim hund abtrainieren

Ist der Hund in Deutschland angekommen, so „weiß“ er nicht, dass er den Kampf um den Futterplatz nicht mehr starten muss. Dieses erlernte Verhalten kann im Leben als Familienhund allerdings auch gefährlich werden – vor allem wenn Kinder oder andere Tiere mit im Haushalt wohnen. Dabei ist es eigentlich ganz einfach, dem Vierbeiner das Verhalten abzugewöhnen.

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7 Tipps, wie Sie die Futteraggression Ihres Hundes abtrainieren

Schritt 1:

Bereiten Sie sehr schmackhafte Leckerchen wie Käse oder Fleischwurst vor. Überraschen Sie Ihren Hund doch einfach einmal und geben ihm ein Stück davon. Benutzen Sie kein Kommando dabei, sondern geben Sie es ihm einfach so – einfach weil er da ist und lieb guckt!

Schritt 2:

Füllen Sie seinen Futternapf mit „normalem Futter“ wie durchschnittliches Trockenfutter oder Nassfutter. Dieses Futter sollte auf keinen Fall hochwertiger und leckerer für den Hund sein als als das Superleckerchen Käse oder Fleischwurst.

Schritt 3:

Gehen Sie nun in die Hocke und halten dabei den vollen Hundenapf in der linken Hand. Nehmen Sie nun das Superleckerchen in die rechte Hand und halten den Arm aber hinter sich auf den Rücken. Rufen Sie Ihren Hund, falls er noch nicht sabbernd vor Ihnen sitzen sollte.

Schritt 4:

Sprechen Sie Ihren Hund an und zeigen ihm das Superleckerchen. Schauen Sie den Käse oder Wurst selber an und lassen Sie Ihren Hund einige Sekunden zappeln. So bauen Sie eine große Erwartungshaltung bei Ihrem Vierbeiner auf.

Schritt 5:

Legen Sie nun das Superleckerchen kommentarlos oben auf das normale Fressen im Napf. Natürlich darf Ihr Hund nun den Käse oder die Wurst fressen. Artikeltipp: Futtermittelunverträglichkeit behandeln…

Schritt 6:

Wiederholen Sie folgendes Vorgehen mehrere Male hintereinander:

Hund ansprechen, Leckerchen zeigen und anschließend unter das normale Futter mischen. Bei Trockenfutter ist es einfach, positionieren Sie das Leckerchen auf den Grund des Napfes und rühren Sie mit den Fingern etwas rum. Bei Nassfutter bitte genauso machen, es ist vielleicht nur etwas unangenehmer für Ihre Finger!

Der Sinn dieser Übung besteht darin, dass sich Ihr Hund an Hände in seinem Napf gewöhnen soll. Er lernt dadurch schnell, dass Hände in oder an seinem Fressen immer schmackhafter für ihn werden.

Schritt 7:

Hat Schritt 6 gut funktioniert, stellen Sie künftig den vollen Napf kommentarlos auf den Boden und entfernen sich. Der Hund darf anfangen zu fressen. Kommen Sie kurz danach mit dem Superleckerchen in der Hand wieder und versuchen Sie das Leckerchen in den Napf zu legen.

Achtung: Sollte Ihr Hund wieder irritiert sein und anfangen zu knurren, sprechen Sie ihn an und zeigen Sie ihm, was Sie in der Hand halten. Legen Sie das Leckerchen dann in den Napf.

Sie haben es geschafft, wenn Sie zu jeder Zeit spontan eine Leckerei in den Napf legen können – ohne dass Ihr Hund knurrt oder sonstige Unmutsäußerungen zeigt.

Gefahren und Anmerkungen:

  • Starten nur Sie als Besitzer und Vertrauensperson dieses Training. Lassen Sie auf keinen Fall Ihre Kinder die Übungen durchführen. Hunde erkennen oft Kinder als Respektsperson nicht an. Lassen Sie beim Füttern niemals Ihre Kinder alleine mit dem Hund. Eine Futteraggression ist nicht ungefährlich und kann zu bösen Beißvorfällen führen.
  • Sollten Sie „Barfen“ – also rohes Fleisch mit Gemüse als Hauptmahlzeit füttern – haben Sie ein Problem! Wenn Ihr Hund daran gewöhnt ist, werden Sie kaum ein Leckerchen finden, was hochwertiger ist als rohes Fleisch. Die obigen Übungen funktionieren aber nur, wenn Sie in den Händen etwas wertvolleres halten und zufüttern können. In diesem Fall sollten Sie vielleicht eine kurze Zeit auf anderes Futter umstellen, damit das Problem der Futteraggression gelöst werden kann.
  • Knurrt Ihr Hund nur bei rohen Fleischknochen, wenn Sie zu nah kommen, dann ist das eine verständliche Reaktion. Für einen Hund gibt es nichts schöneres als einen rohen Knochen zu knabbern. Das tut den Zähnen gut und ist eine artgerechte Beschäftigung. Kein Hund der Welt wird sich freiwillig einen Knochen wegnehmen lassen. Sollte Ihr Hund aber bei Knochen sehr aggressiv reagieren, sorgen Sie lieber dafür, dass er beim Kauen nicht gestört wird. Da könnte ein separates Zimmer oder eine Hundebox die bessere Lösung sein.

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