Mit dem Hund Rad zu fahren ist für Mensch und Tier gleichermaßen gesund und unterhaltsam…

Vorausgesetzt, Sie haben vorher mit dem Hund trainiert. Ist Ihr haariger Freund noch nicht daran gewöhnt, kann die Fahrradtour schnell nervenaufreibend werden.

Das Radfahren mit Hund erfordert sowohl von Ihnen wie auch vom Hund eine ganze Menge Konzentration…

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Das Training: So Bringen Sie Ihrem Hund das „Bei Rad“-Gehen bei

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1) Den Hund zunächst von einer zweiten Person an der Leine und mit einem gut sitzenden und gepolsterten Brustgurt führen lassen…

Wenn Sie noch nie mit Hund und Rad gemeinsam unterwegs waren, ist das Handling zunächst ziemlich kompliziert. Sie müssen den Hund und gleichzeitig den Verkehr im Auge behalten und dabei noch kräftig in die Pedale treten.

Lassen Sie sich deshalb zu Beginn des Trainings von einer Hilfsperson bei der Sicherung des Hundes unterstützen. Fühlen Sie sich nach einiger Zeit sicherer, können Sie die Hilfsperson weglassen.

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2) Den Hund langsam an das Fahrrad gewöhnen…

Einige Hunde reagieren mit einem Meideverhalten, wenn Sie mit dem Fahrrad auf ihn zugehen. Das Tier geht dann auf Distanz, verhält sich aufgeregt, bellt oder beißt in die Leine.

In diesem Fall müssen Sie das Tier langsam an das Rad gewöhnen. Zeigen Sie ihm, dass es raus geht, wenn Sie mit dem Fahrrad kommen, und belohnen Sie Fortschritte mit einem kleinen Leckerli. Ein funktionaler Verstärker der Distanzvergrößerung zum Fahrrad ist in jedem Fall ratsam.

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3) Ein paar Runden zu Fuß neben dem Fahrrad gehen…

Der Hund muss nun lernen, dass die rechte Seite des Fahrrads die richtige für ihn ist. Dies ist die vom Verkehr abgewendete Seite und für den Hund deshalb sicherer. Wählen Sie am besten ein Markerwort, da ein Dirigieren mit der Leine später während der Fahrt etwas schwierig zu handeln ist.

Gehen Sie neben dem Fahrrad und lassen Sie den Hund auf der rechten Seite laufen. Jedes Mal wenn er die richtige Seite wählte, bekommt er eine kleine Belohnung.

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4) Die ersten Runden mit dem Rad…

Funktioniert der vorige Schritt schon sehr gut, können Sie die ersten Runden auf dem Fahrrad drehen. Läuft der Hund auf der rechten Seite, geben Sie mit dem Markersignal ein positives Feedback. So weiß er, dass alles richtig ist.

Auf das Feedback folgt dann immer auch eine Belohnung. Werfen Sie das Leckerli hinter sich und fahren Sie wieder los. Taucht der Hund wieder auf der rechten Seite auf Markerzeichen und Belohnung geben. Die Belohnung immer nach hinten werfen, damit der Hund sich nicht angewöhnt am Fahrrad vorbeizustürmen.

Absolvieren Sie das Training zunächst mit einer Hilfsperson oder Leine. Üben Sie diesen Schritt solange, bis der Hund schön auf der rechten Seite nebenher läuft. Klappt alles gut, können Sie ihm das Leckerli auch vom Rad aus geben und die Hilfsperson weglassen.

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5) Einführen der Signale „Links“ & „Rechts“ von Anfang an…

Kündigen Sie dem Hund einen Wechsel der Fahrtrichtung immer an. Es ist sinnvoll dabei die englischen Vokabeln left und right zu verwenden, da sich die deutschen Worte sehr ähnlich anhören und vom Hund deshalb verwechselt werden können.

Mithilfe der Signale können Sie den Hund auch dann vom Fahrrad aus lenken, wenn er nicht an der Leine sein muss. Bringen Sie ihm am besten auch direkt eine Vokabel für den Wechsel hinter dem Fahrrad bei. So können Sie ihn auf die andere Seite des Fahrrads lenken, ohne dabei absteigen zu müssen oder die Hände zu benutzen.

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6) Fahren Sie nun langsam vom Hof…

Wenn auf dem sicheren Grundstück alles gut funktioniert, können Sie diesen nun verlassen. Bei Straßen mit Verkehr ist äußerste Vorsicht geboten. Achten Sie immer genau darauf, was der Hund macht.

Nach Möglichkeit sollte er nicht zum Fahrrad schauen, sondern immer in die Richtung, in der er läuft. Läuft er auf der richtigen Seite und schaut dabei brav nach vorne gibt es das Markersignal und eine kleine Belohnung. Unnötige Kommunikation mit dem Hund sollte vermieden werden, begrenzen Sie sich auf die Signalwörter sowie ggf. den Clicker.

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7) Beginnen Sie das Tempo zu variieren…

Üben Sie mit dem Hund sowohl das Langsamfahren als auch das Schnellfahren, wenn er angeleint ist. Achten Sie darauf, dass er bei langsamer Fahrt der Versuchung unterliegt zu schnüffeln. Schnelle Fahrten sollten Sie begrenzen und auf asphaltierten Straßen generell unterlassen.

Wenn es möglich ist, sollten Sie Strecken in der freien Natur vorziehen. Hier ist die Gefahr von Scherben, Steinchen oder Splitt deutlich geringer. Zudem gibt es zumeist deutlich weniger Verkehr. Kündigen Sie dem Hund einen Tempowechsel vorher an. Wenn Sie abbremsen und der Hund vom Traben ins Laufen wechselt, sagen Sie das Signalwort „langsam“.

Wichtig ist, dass Sie das Signalwort erst dann sagen, wenn der Hund das entsprechende Verhalten bereits ausführt. Wenn Sie erst „langsam“ sagen und dann bremsen, geht der Hund davon aus, dass nach dem Wort immer zuerst eine Handlung von Ihnen kommt. Der Hund soll sein Verhalten jedoch mit Signalwort verbinden.

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Noch drei Hinweise:

  1. Meiden Sie Temperaturen über 20° C! In den Sommermonaten sollten Sie daher nur morgens oder abends radeln. Hunde tragen ein Ganzkörperfell und regulieren ihre seine Temperatur ausschließlich durch Hecheln.
  2. Der Hund sollte auf jeden Fall 1 Jahr alt und gesund sein. Das Radfahren mit dem Hund erfordert für das Tier einen ungemeinen Konzentrationsaufwand, welcher bei sehr jungen Tieren einfach nicht gegeben ist.
  3. Es ist überaus hilfreich, wenn Ihr Hund das Beifußlaufen gut beherrscht. Diese Standartübung sollte daher bereits bei allen Erziehungsmaßnahmen erlernt sein.

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